Donnerstag, 18. September 2014

Kommentar 40 - Prowokäischn, wott iz itt? / Von der Monophonie der Provokation

Viele Möglichkeiten bleiben einem heutzutage nicht mehr, wenn man, wie es so schön heißt, einen 'handfesten' Skandal in der Kunstszene provozieren will. Da muss man schon tief in die Tabukiste greifen und ganz schön rumwühlen, will man ein geeignetes Thema finden. Hitler oder Nazikram funktionieren immer. Naja, meistens. Kannibalismus, bzw. seine Befürwortung. Sex mit Minderjährigen. Um nicht zu sagen Pädophilie. Nekrophilie vielleicht noch, aber da bin ich mir schon nicht mehr so sicher. Scheint irgendwie überhaupt aus der Mode gekommen zu sein. Andererseits bin ich da auch nicht unbedingt auf dem Laufenden. Jedenfalls muss man schon was aufbieten, damit sich überhaupt noch einer über irgendwas aufregt.


 Niemand scheint mehr irgendein funktionierendes Gefühl dafür zu haben, wann er denn nun provoziert zu sein hat und wann nicht. Man fühlt sich ja öfter von irgendeinem permanent linksfahrenden Idioten auf der Autobahn provoziert als von 'nem 'Künstler', der eigene Körperteile kocht und zu einem Glas Rotwein isst, oder totgeborene Babys (zumindest behauptet er das) oder ähnliches Zeug. Im geliebten Internet finden sich schnell eine Menge Sachen, die man im Nachhinein lieber doch nicht gefunden hätte. Na gut, ich hab auch danach gesucht, also selber schuld. Aber so richtig provoziert fühle ich mich davon nicht, sondern bloß angewidert. Oder ich behaupte nur, dass ich mich davon nicht provoziert fühle, und bin in Wirklichkeit doch provoziert, traue mich aber nicht, es zuzugeben, weil man mich ja dann für einen Spießer halten könnte. Und ein Spießer zu sein, das ist nun wirklich das Allerletzte. Schlimmer noch als seine eigene Hüfte zu kochen. Hundert Jahre (+/-) provokativer Kunst haben immerhin also dafür gesorgt: Dass man weiss, dass man sich besser nicht provozieren lassen sollte. Weil das einfach sowas von uncool ist. Es ist uncool, dem Künstler das Gefühl geben zu müssen, dass er irgendeinen Nerv getroffen hat. Das hieße ja letztendlich, dass er irgendwie klüger ist als man selbst. Weil er über das zu verletzende Tabu 'nachgedacht' hat und zu dem Schluß gekommen ist, dass man es verletzen sollte. Weil man das in der Kunst nunmal so macht. Tabus verletzen. Grenzen niederreißen. Freier Geist und Wind und so.

So ein Tabubruch ist ja immerhin auch oft nützlich, um eine Diskussion in Gang zu bringen, wobei ich mich schon frage, was für eine Art Diskussion das Verspeisen einer Totgeburt eigentlich in Gang bringen soll. Der chinesische Künstler behauptet ja, er begehe den Tabubruch, um herauszufinden, ob ihn überhaupt noch jemand als Tabubruch empfinde (insofern bin ich vielleicht irgendwie abartig, wenn ich diesen Tabubruch nicht als provozierend empfinde, sondern als bloß widerlich, andererseits will ich dem 'Künstler' ja auch nicht das Gefühl der Befriedigung geben, dass er mit seiner Fragestellung irgendeinen Nerv getroffen hätte, insofern sitze ich hier in der Falle und komme nicht raus, wie ich es auch drehe und wende; so behält der 'Künstler' also in jedem Fall Recht, was schön für ihn, aber irgendwie blöd für mich ist). Na gut, wer das für 'nen etwas billigen, leicht zirkelschlüssigen Ansatz hält, liegt vielleicht auch nicht ganz daneben. Denn öfter als für den noblen Zweck der Diskussionskatalyse dienen Tabubrüche, the bleedin' obvious, als ganz und gar unnoble Aufmerksamkeitserzeuger. Natürlich stellt sich kein Künstler hin und sagt geradeheraus, dass er einfach nach irgendeinem Tabu gesucht hat, das noch nicht oder noch nicht genug verletzt wurde, damit er in die Zeitung kommt (süß, ne, in die 'Zeitung'). Weil das ja auch wieder uncool ist, auf Künstlerseite jetzt, weil man nicht zugeben darf, dass man den ganzen Scheiß nur macht, um den eigenen Namen nachher auf Platz eins der Google-Suche zu finden, am besten noch möglichst unabhängig vom eingetippten Suchwort. So hat halt jeder seine Tabus und Tabüchens, die Kunstwelt nicht anders als die stinknormale Spießerwelt. Natürlich hat der gemeine Künstler ebenso wie der gemeine Spießer inzwischen gelernt, dass es uncool ist, sich provozieren zu lassen. Also schiebt er, wie der gemeine Spießer, schnell irgendeinen anderen, möglichst unverdächtigen Abwehrgrund vor. Sehr beliebt ist das Langeweile-Motiv. Ist ja alles so langweilig, kenn ich alles schon, hab ich schon gesehen, schon gehört, schon selbst gegessen. Öööööde. Ach Gottchen, wenn der mich provozieren will, dann muss er aber früher aufstehen. Damit einher geht häufig die Abwertung der Provokation als bloße 'Albernheit', als 'kindisches' bzw. 'pubertäres' Zeug und so weiter und so fort. Die Provokation wird also erstmal kleingeredet, bis sie (in den Augen des Provozierten jedenfalls) keine mehr ist, weil sie von vorneherein keine sein durfte.

Bei der Behauptung von Langeweile sollte eigentlich immer der bullshit-Alarm losgehen. Wenn irgendwas ganz offensichtlich auf Provokation ausgelegt ist und jemand mit der Langeweile-Arie darauf reagiert, kann man mit einiger Sicherheit davon ausgehen, dass er sich provoziert gefühlt hat (mir muss erstmal einer das Gegenteil beweisen, und nein, es reicht nicht, einfach zu behaupten, man habe sich nicht provoziert gefühlt).

Sehr schön beobachten konnte man neulich diesen Mechanismus an der Diskussion (hier und hier noch weitere Bruchstücke davon) die sich um einen Ausschnitt aus 'Audioguide' von Johannes Kreidler im sogenannten Bad Blog of Musick entspann. Es geht um diese Zerstörung von 65 oder 100 oder wer weiß wie vielen Geigen. Keine Ahnung, ob der Kreidler das als Provokation gemeint hat, irgendwie hängt das Ganze mit seiner Donaueschingen-Protestaktion gegen die Fusion der beiden SWR-Orchester zusammen und erinnert auch an das allseits beliebte Zerschmettern von Gitarren bei Rockbands. Darum geht's im Augenblick auch gar nicht, sondern um die Reaktionen darauf.

Und die folgen exakt dem von mir beschriebenen Muster. Davon abgesehen, dass Godwin's Law mal wieder aufs Glänzendste bestätigt wurde (hier), kam relativ schnell die Rede darauf, dass dem Kreidler'schen Werk die "existentielle Tiefe" fehle, dass die Diskussion um den Gegenstand viel interessanter sei als der Gegenstand selbst, dass man mit den Geigen auch was Sinnvolleres hätte anfangen können (nach Afrika schicken [!!!!], kein Scherz) und dergleichen Abwehrstrategien mehr ('kindisch', 'ungebildet', 'macht man einfach nicht', 'unoriginell', 'Wohlstandsverwahrlosung' usw.). Es lief im Grunde darauf hinaus, die Provokation (die Zerstörung von Musikinstrumenten) nicht als solche zuzugeben. Keiner will rückständig erscheinen, allen ist doch nur das Seelenheil und die Zukunft der Kunstmusik ein Anliegen, man ist sich nur nicht einig über den zu beschreitenden Weg dahin. Die einen sagen, weg mit dem alten Schrott, die anderen sagen, lass uns den alten Schrott nochmal verzinken, dann hält er vielleicht noch 'n bißchen. Niemand von den Diskutanten hat irgendein substantiell ästhetisches Argument gegen (oder meinetwegen auch für) die Aktion gebracht (naja, vielleicht mit Ausnahme von Alexander Strauch, was mir aber im Dickicht seiner grammatikalischen Ungetüme, die er wohl für Sätze hält, entgangen sein mag). Es lief immer darauf hinaus, für sich selbst die provokative Spitze in irgendeiner Form stumpf zu klopfen, einfach weil es sich besser anfühlt, wenn man seine Gefühle der Abneigung im Nachhinein rationalisiert, das heißt also mit einer Art pseudo-logisch aufgebautem Skelett versieht. Andererseits war die Provokation doch irgendwie gelungen, indem sie auf (ungewollt?) manipulative Weise die Diskussion in Gang setzte, von der doch jeder der "nicht"-Provozierten behauptet hat, sie könne von diesem "langweiligen Kram" gar nicht ausgelöst werden (wie übrigens auch bei dieser Diskussion über einen anderen Ausschnitt aus 'Audioguide'). Dumm gelaufen, ne? Plötzlich wurde über Orchesterschließungen geredet, über Musikausbildung usw. (oder, im anderen Fall, über Kultur-'Subventionen', Machtmechanismen in der Neuen Musik usw.) Bemerkenswert für ein Stück Kunst, von dem doch behauptet wurde, es sei 'langweilig', 'albern' oder besitze gar keine 'existentielle Tiefe' (was zur Hölle auch immer das sein mag).

Damit ist noch gar nix darüber gesagt, ob ein Kunstwerk, das eine Provokation erfolgreich in Szene setzt, eigentlich auch ein gelungenes Kunstwerk ist. Eine Provokation ist ja an sich 'ne ziemlich monothematische, oder, um's in Musiksprache zu sagen: monophone Sache. Ein Aufreger wird durchgekaut (im wahrsten Wortsinn...) und das war's. Ohne jetzt die elendige WasistKunst-Dose wieder aufmachen zu wollen (ALLES!!!?), stellt sich mir doch die Frage, was eigentlich mit einem Kunstwerk passiert, wenn man es derartig auf einen Punkt festnagelt. (Im Übrigen, und das wird mich demnächst an dieser Stelle beschäftigen, hege ich inzwischen den Verdacht, dass, grob geschätzt, achtzig bis neunzig Prozent der zeitgenössischen [Kunst-] Musik im weiteren Sinne monophon sind.)

Man kommt also nicht mehr ran an die Leute, an Künstler genausowenig wie an Nicht-Künstler. Jedenfalls nicht so, wie die Künstler sich das wohl vorstellen: Aufgebrachte Zuhörer, die sich im Konzertsaal prügeln, die mit Fackeln und Mistgabeln bewaffnet durch den Ort ziehen, um den Tabubrecher zu lynchen. Im besten Falle kriegt man eine Diskussion, bei der aber niemand zugibt, dass das provokative Stück irgendwas mit der provozierten Disukssion zu tun hat. Ein unbefriedigender Zustand.

Es gibt immer wieder Versuche, irgendwie aus dieser provokationsimmunen Hölle rauszukommen, und alle scheitern an der Provokationsimmunität. Lehrhaft (ja genau, delectare und docere) in diesem Zusammenhang sind die Bücher von Matias Faldbakken. Darin geht's eigentlich permament um die Unmöglichkeit, irgendwen mit irgendwas zu provozieren. Um die Mainstreamisierung des Undergrounds. Um die Normalisierung von Abartigkeiten. Und so packt Faldbakken Provokation auf Provokation (unter anderem in Macht und Rebel: ein Typ, der zum Hitler-Bewunderer wird, aus dem einzigen Grund, weil er es doof findet, kein Antisemit sein zu dürfen; die ultimative Provokation im Konsens-Kapitalismus aber ist der von Faldbakken erfundene Trend, bewußt und gewissermaßen 'stolz' gefakte Markenschuhe zu tragen), in der Hoffnung, irgendwie doch noch irgendjemanden zu provozieren. Aber das passiert einfach nicht. Seine Bücher werden gelesen, die Leute finden sie unterhaltsam, mir ist nichts davon bekannt, dass sie irgendeine nennenswerte Diskussion über irgendwas ausgelöst hätten. Seine Bücher doppeln also (unfreiwilligerweise) den darin beschriebenen Umstand selbst im 'echten' Leben. Die Konsensgesellschaft ist halt nunmal totalitär. Bevor jetzt wieder das Lamento darüber losgeht ("buhuu, ich werde hier zu Tode toleriert"), muss man vielleicht auch mal drauf hinweisen, dass wir 'n paar hundert Jahre und 'n Haufen Menschenleben dafür verbraucht haben, eine solche Gesellschaft möglich zu machen. Irgendwie erinnern mich diese Klagen entfernt an die Klagen über nicht stattfindende Kriege zum Zwecke des character building.

Ach ja, die Geigenzertrümmerungsnummer fand ich übrigens langweilig ...

Kommentare:

  1. @Erich: Mir fiel jetzt grade, nach der angeregten Lektüre deines Artikels, der dankenswerterweise auch auf die "Weltsicht" verlinkt, doch was echt Provozierendes ein (was ich allerdings bei David Foster Wallace gelesen habe): Man stellt sich auf die Bühne und ruft dem Publikum zu: "Hej Leute, hiermit stelle ich euer Recht, Konsumenten zu sein, in Frage!".

    Eine *unglaubliche* Provokation. Ein Skandal. Mal kucken, ob ich diesen (in dieser Form noch etwas kryptischen) Gedanken demnächst in einem separaten Artikel ausformulieren kann.

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    1. @Stefan: Ich bin nicht sicher, ob ich den provokativen Aspekt daran richtig verstehe. Wenn ich kein Recht hätte, ein Konsument zu sein, dann dürfe ich also nix kaufen? Warum?
      So formuliert klingt es eher wie eine Aussage, die man ganz einfach und vollkommen unprovoziert achselzuckend ignorieren könnte.
      Aber wie gesagt, wahrscheinlich verstehe ich nicht genau, was Du damit meinst...

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    2. @Ericht: Recht hast du, ich arbeite dran. - Gespannt bin ich auf die Explikation deiner "Monophonie"-These :-)

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  2. Danke für entfernte Kommentierung der o.g. "Badblog-Diskussion". Eine definitivere Aussage, wie "Audioguide" einzuschätzen ist, welchen Platz die Geigen-Aktion sie innerhalb der Performance hatte, lässt sich erst dann sagen, wenn das komplette Video hochgeladen sein wird. Dies sollte angesichts von 3 Stunden-Sonifizierung aller Grass-Gedichte und deren Hochladen kein Problem sein. Allerdings hat die Geigen-Aktion auch so oder so höheres Nerv-, Provokationsgewicht haben als der Rest des Abends. Wie in einer Zusammenstellung aller Audioguide-Schnipsel angemerkt, wäre unter Umständen der Einsatz der momentanen Theaterversuche mit "Reenactement" mal eine Diskussion wert. Denn wo es Theatermachern wie Milo Rau bitterernst ist, hantiert Audioguide als Theater über Erscheinungen in der Musik mit Bierlaune, ggf. erst, nachdem man sich entsprechend mal verdrückt hat und betütelt wiederkehrt... Im Ernst: vielleicht ist mein Bezug der Aktion auf das sog. Donaueschinger Fusionsinstrument auch nur ein Ausweg, um die Süffisanz in Audioguide zu ertragen. Im Gespräch mit dem HR-Fricke zeigt sie sich ja auf allen Seiten. Zumindest könnte man dann in Teilen unterstellen, dass Audioguide die Verlogenheit und Selbstbezüglichkeit weiter Teile der Neuen-Musik-Szene, quasi deren sarkastischen Ästhetik-Atheismus samt gewohnter elfenbeinerner Lebensentfremdung, intendiert und/oder nebenbei freilegte. Ich glaube nicht, dass man sich so sehr über die Monophonie des Provokativen unterhalten müsste als eher auch in normalen Stückkontexten eine geringere Distanz zwischen Ursache, z.B. Technisches, Formales, Aussermusikalische und Wirkung, z.B. Gestaltung im Stück, Eindruck auf diesen oder jene Hörer, etc. Was hilft z.B. ein Stück, was gross über Verarbeitung religiöser Vorlagen im Vorwort spricht, es hinten aber doch wieder nach wohlangeordneten Geräuschen klingt. Dann reichen auch diese wohlangeordneten Klangerscheinungen. Diese aber ein tatsächlich zu einer Geräuschmelodie zu zwingen - Warten auf den Bus wie sonntags an der Milchkanne.

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    1. @Alexander Strauch: Also ich glaube nicht, dass ich mich nachher hinhocke und mir sieben Stunden Audioguide ansehe. Das kann ja dann irgendein MuWi-HiWi machen. Diese Überdimensionierung ist auch ein neuerlicher Versuch in einer langen Reihe von Versuchen, sich einer ästhetischen Bewertbarkeit zu entziehen. (Ein zusammenhängendes Video entspricht doch auch gar nicht dem ursprünglichen Setting, nach dem man zwischendurch rausgehen und irgendwann wiederkommen konnte, wenn ich das richtig verstanden habe.)
      Meinetwegen, nur sehe ich dann nicht ein, wieso ich ästhetische Maßstäbe an ein Stück anlegen soll, das diese Maßstäbe ja offensichtlich untergräbt (zu untergraben versucht). Ich glaube also kaum, dass es für dieses Stück besonders sinnvoll ist, über Zusammenhang, Verdichtung, Dramturgie usw. zu reden. Dafür gibt's andere Stücke (auch von Kreidler).

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  3. Ein paar Metaprovokationen würden mir nach dem Lesen des Artikels noch einfallen:
    Zum Beispiel etwas ziemlich Harmloses als provokativ darzustellen.
    Oder zu behaupten ein alter Hut sei das neue Ding.
    Oder die Langeweile, die von Kommentaren ausgeht, die sich über die angebliche
    Gelangweiltheit in Wirklichkeit aber Provoziertheit von angeblich Provozierten auslassen möchte.
    Könnte das vielleicht ein Hoffnungsschimmer am Provokationshorizont sein?

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    1. @ Anonym: Zunächst mal würde ich gerne anregen, dass Sie sich die Mühe machen, sich wenigstens ein Pseudonym anzulegen. Ich weiss ja gar nicht, ob Sie der "Anonym" von letzter Woche sind, was mir die Anwendung des Priming-Effektes beinahe unmöglich macht. Wenn Sie der "Anonym" von letzter Woche wären, würde ich ganz anders reagieren, als wenn sie ein neuer "Anonym" sind. Es reicht ja auch irgendeine kryptische Zeichenkette, im Grunde müssen sie auch nur einmal mit der Faust auf's Computerkeyboard hauen und haben promtp Ihr eigenes, unverwechselbares Pseudonym. Weniger Aufwand geht nun wirklich nicht. Ich kann verstehen, wenn Sie mir diesen Gefallen dennoch nicht tun wollen, bitte dann aber andererseits um Ihr Verständnis, wenn ich alle "Anonyms" so behandle, als seien sie ein und dieselbe Person. Einfach meiner psychischen Hygiene wegen.
      Also, Anonym, danke für's inzwischen beinahe regelmäßige Kommentieren hier in meinem sogenannten Blog. Leider sind Sie auf die hermetische Abgeschlossenheit meines Artikels hereingefallen. Sie können gar nicht Recht haben. Wie ich schon sagte, es reicht nicht, zu behaupten, man sei nicht provoziert gewesen. Es reicht auch nicht zu sagen, das sei alles ein alter Hut (im Übrigen habe ich nirgends behauptet, es sei das "neue Ding"). Denn damit geraten Sie gleich unter Verdacht, eigentlich provoziert gewesen zu sein und es nicht zugeben zu wollen. Weil es Ihnen peinlich ist. Mal angenommen, ich nähme an, Sie wären tatsächlich nicht provoziert worden (ich weiß gar nicht, wodurch nicht, durch meinen Artikel oder Kreidlers Stück oder was?), dann stünde die Frage im Raum, warum Sie dann hier kommentiert haben. Sie waren so gelangweilt, dass Sie dachten, ich tue mal was dagegen und beschäftige mich, indem ich mal selbst was schreibe? Also mir passiert das nie. Und da ich ohne weiteres von mir auf andere schließe, gehe ich davon aus, dass das niemandem passiert. Ich schreibe nur, wenn mich was aufregt. Wenn mich was langweilt, dann höre ich auf zu lesen oder drücke auf Stop oder döse im Konzert so vor mich hin. Dann buhe ich im Konzert aber auch nicht, weil ich einfach so müde vor Langeweile bin, dass ich einfach keine Lust dazu habe.
      Sie sehen schon, worauf das hinausläuft. Sie kommen aus der Provokationsnummer genausowenig raus wie irgendjemand sonst. Auch nicht mit Metaprovokationen.
      Es ist nicht alles Meta, was glänzt.

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